Facebook Applikationen: Frustrierend weil schlecht dokumentiert

21 09 2010

Wochenlang hab ich mich jetzt mit Facebook, Facebook Markup Language (FBML) und PHP auseinandergesetzt. Aufgabe: Bestimmte Inhalte sollten auf der FB-Seite meines Unternehmens nur angezeigt werden für eingeloggte (!) Fans (!) der Seite – der Rest sollte nur einen Teaser sehen.

Ohne PHP geht es schonmal garnicht. Man braucht einen eigenen Webserver mit installiertem PHP. Und dann ist es eigentlich ein Kinderspiel, wenn man sich mal die Parameter ansieht, die Facebook beim Aufruf der Applikation (mit dem Erstellen werde ich mich hier jetzt nicht aufhalten *g*) mit übergibt.

Der Parameter $_POST[‚fb_sig_is_fan‘] hat den Wert 1 bei eingeloggten Fans der FB-Seite. Ist der Betrachter nicht Fan der Seite oder nicht eingeloggt bei FB, die die Applikation aufruft, ist der Wert 0.

Voila🙂

if( ($_POST['fb_sig_is_fan']==1){ || HIER DER INHALT NUR FÜR EINGELOOGTE FANS ||}else{ || HIER DER INHALT FÜR NICHT-FANS ODER NICHT-EINGELOGGTE NUTZER|| }




Zahlen von #chirp

15 04 2010

Das lange Rätselraten hat endlich ein Ende: Twitters Biz Stone und Evan Williams haben gestern die Zahlen veröffentlicht, nach denen sie seit 3 Jahren befragt werden (und noch ein paar mehr…)

25% der folgenden Zahlen stammen von der Webseite twitter.com, d.h.:
105.000.000 registrierte Accounts

300.000 neue Accounts/Tag

180.000.000 Unique Visitors/Monat

75% der Abrufe erfolgen über Drittanbieter und die API

3.000.000.000 Anfragen über die API/Tag (lt. Comscore etwa genau der Traffic, den Yahoo! hat)

Twitter hat Anfang 2010 175 Mitarbeiter

37% der aktiven Nutzer nutzen Twitter über mobile Endgeräte

Mit 65 Mobilfunkgesellschaften wurden bereits Verträge zur Zusammenarbeit (SMS) geschlossen





Promoted Tweets und Resonanz: Werbung oder doch keine?

15 04 2010

Während meiner Diplomarbeit bin ich natürlich auch über Twitters (damals nicht-vorhandenes) Erlösmodell gestolpert. Werbung sah ich nirgends bei Twitter…und das bei dem Hype? Irgendwie ungewöhnlich. Selbst ein Jahr später immer noch: keine Werbung. Ausser dem, was Firmen ihren Followern inhaltlich in den Tweets als Werbung servieren.

Gestern hab ich dann mehr zufällig als bewußt den Livestream der Twitter-Entwicklerkonferenz Chirp eingeschaltet. Dick Costolo lieferte einen humorigen und sehr kurzweiligen Vortrag über „Promoted Tweets“ ab.

Promoted Tweets sind keine Werbung…oder doch?
Promoted Tweets präsentieren sich den Followern wie ganz normale Tweets. Man kann sie retweeten, sie favorisieren, auf sie antworten. Und doch sind sie anders, was mit ihrer Entstehungsgeschichte und den Real Time-Eigenschaften von Twitter zu tun hat.

Nutzer von Twitter, die die Suchfunktion beanspruchen, erhalten in der Regel nur einige, relativ neue Tweets zu ihrem Suchbegriff. Heißt für Unternehmen: Entweder habe ich Glück und habe kürzlich einen relevanten Tweet zum Suchbegriff verfasst, der dann in den Suchergebnissen angezeigt wird…oder eben nicht. Das „oder eben nicht“ ist der springende Punkt.

Twitter hat sich zunächst nur wenige Unternehmen ausgekuckt, um das neue Feature zu testen und die Promoted Tweets sind zunächst auch nur über das Webinterface zu sehen. Eines der Unternehmen ist Starbucks. Sucht man im Webinterface z.B. nach „Starbucks“ oder „coffee“ erscheint als erstes Suchergebnis der Promoted Tweet von Starbucks.

Dick Costolo benutzte ein einfaches Beispiel, um die Vorteile dieser Vorgehensweise für die Nutzer von Twitter zu verdeutlichen. Wer immer nach aktuellen Tweets zu einem bestimmten Thema bei Twitter sucht wird hunderte Tweets und Retweets zu einem Thema finden. Firmen, die z.B. bei Computerproblemen helfen könnten, können so durch einen Promoted Tweet dem Suchenden Problemlösungen anbieten, neben all dem „Spam“, der ihm bei der Suche nach z.B. „iPad Verbindungsproblem“ entgegenzwitschert.
Also doch Werbung?

Resonanz
Interessant ist die Methode, wie Twitter weiter mit den Promoted Tweets umgeht, wenn sie einmal aktiviert wurden. Hierfür wurde das Konzept der „Resonanz“ entwickelt, über dessen Wirkungsweise sich Twitter erst selbst noch klar werden muss. Resonanz mißt nicht, wieviele Personen den Tweets gesehen haben. Resonanz soll mehr.

Resonanz ist ein Konstrukt, in das alle Aktionen eines Nutzers, der den Promoted Tweet erhält, einfließt. Retweeten erzeugt Resonanz, Favorisieren erzeugt Resonanz, Klick auf den Avatar des Erstellers des Promoted Tweets ist?…Resonanz, das Antworten auf einen Promoted Tweet ist…Resonanz. Unterschreitet ein Promoted Tweet einen Basis-Resonanz-Wert wird er von Twitter nicht mehr in den Suchergebnissen angezeigt, quasi deaktiviert. Unternehmen zahlen dann auch nicht mehr hierfür.

Spannend wie ich finde, denn das reine Zählen (und Bepreisen) der Sichtungen eines Tweets heißt ja im Grunde nichts.
Also doch keine (klassische) Werbung?

Nein, richtige Werbung ist es wohl nicht. Und das ist vielleicht genau das, was den Unterschied machen wird zwischen Facebook-Werbung und Promoted Tweets.

Videos von Chirp gibt es hier:
Biz Stones Eröffnungsrede





The Story of Stuff

1 04 2010

Ja ich gebe es zu… über 10 Jahre bei einem „grünen“ Unternehmen haben mich einfach geprägt. Wahrscheinlich bin ich daher sehr empfänglich für Themen wie Nachhaltigkeit und Umwelt. Nicht zuletzt hat meine Jugend in einer Zeit stattgefunden, in der Umweltschutz ein aufkommendes Thema war.

Kürzlich stolperte ich, auch wenn das erstmal nichts mit Twitter zu tun hat, über ein Video mit Annie Leonard bei Youtube, dass sicher viel Wahres enthält…

The Story of Stuff – Teil 1

The Story of Stuff – Teil 2

The Story of Stuff – Teil 3

Es sollen laut der Internetseite des Projekts noch mehr Präsentationen folgen – ich bin mal gespannt…





Von „Dell Hell“ und $6,5 Mio Mehrumsatz

10 12 2009

Jeff Jarvis, bekannter Blogger und Journalist, kaufte einen Laptop bei Dell. Damit nahm alles seinen Lauf. Der Laptop war allerdings nicht das, was sich Jarvis versprach. Der Kundenservice miserabel, der Laptop über Wochen defekt.

Natürlich machte sich Jeff Jarvis Luft auf seinem Blog, andere Blogs bekamen Wind von der Geschichte und im Nu war aus einem kleinen defekten Laptop ein negativer PR-Sturm für Dell geworden, der unter dem Namen „Dell Hell“ bekannt wurde. Das war 2005.

Seit dem hat sich viel bei Dell getan. Engagement in sozialen Medien wie Facebook oder Youtube und zuletzt 35 Twitter-Accounts, die sich um Fragen und Probleme der Kunden kümmern…und über die natürlich auch ordentlich verkauft wird.

6,5Mio US$ an Mehrumsatz sind so in 2 Jahren durch Twitter erzeugt worden. Von der Wirkung des Medienechos dieser Zahl (soweit ich weiß die einzige) ganz zu schweigen.

Wie nutzt Dell Twitter?
Dell setzt am Tag im Durchschnitt 3 Tweets auf seinem twitter.com/DellOutlet-Konto ab.

Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Kundenberatung und -service: 58% der Tweets kümmern sich um diesen Aspekt.

Lediglich 20% der Tweets sind als Promotion erkennbar, meist in Form eines speziellen gekürzten Hyperlinks, mit dem die Twitter-Follower von Dell exklusiv einen Coupon im Shop von Dell einlösen kann.

Fast 12,5 Millionen Follower hat nur dieses Twitter-Konto von Dell und gehört damit zu den 14 erfolgreichsten Konten bei Twitter, gemessen an der Zahl der Follower.

Gibt es etwas Vergleichbares in Deutschland?
…öhm…nö😀

…und dabei ist die Entwicklung (und das Vorbild) von Dell so frappierend. Vor 4 Jahren noch der PR-GAU mit Jeff Jarvis, heute das Unternehmen mit beeindruckendem Umsatz und Engagement im Web 2.0.





Twitter löst keine Probleme…es schafft neue

23 11 2009

Wer sich mit Twitter beschäftigt stolpert zwangsläufig irgendwann über Frank Eliason. In Deutschland wäre Frank mit einem Mitarbeiter der Telekom vergleichbar, bei dem sich genervte Kunden melden, weil das Telefon, das Internet oder das IPTV mal wieder nicht so wollen, wie sie sollten.

Frank Eliason arbeitet für Comcast, einen der großen Player im amerikanischen Breitbandkabel-Markt und hat für Comcast das Ruder (scheinbar) herumgerissen: noch vor einigen Monaten war die Kundenzufriedenheit dieses Großkonzerns ziemlich im Keller. Kunden hingen lange in den Warteleitungen, bis ein Techniker auftauchte musste schon aussergewöhnliches passieren, ja bis man bei Comcast mal einen Mensch ans Telefon bekam…konnte man schon grau werden und das stricken erlernen.
(…warum klingt das jetzt nach dem schreiben fast schon wie Deutsche Telekom ? *g*)

Frank machte seinem Chef den Vorschlag, soziale Medien aktiv einzusetzen. Seit dem gehen die Werte für Comcast wieder nach oben…aber… was hilft es einem Großunternehmen mit zighundert Beschäftigten, wenn ein kleines Team 10 Mitarbeitern zwar soziale Medien einsetzt mit allen Konsequenzen, die das für die Firmenkultur hat…wenn der Rest der Firma nicht mitmacht, weil…jahrelang etwas anderes angesagt war.

Ich hab diesen Artikel von Maggie McGary gefunden, der genau diese Frage aufwirft. Offenbar reicht es eben nicht, wenn soziale Medien als Träger traditioneller Unternehmenskommunikation genutzt werden. Wieso sollte es auch?

Es heißt SOZIALE Medien. Und es heißt KOMMunikation. Beides suggeriert allein aufgrund der Begrifflichkeiten eine Beziehung und die sollte bitte auch gleichwertig sein, will sagen: der Konsument ist nicht mehr nur Empfänger von Botschaften, auf die er gefälligst zu reagieren hat. Er ist mindestens gleichberechtigter Partner, auf den man achten und hören sollte.

Wie Frank Eliason und Comcast dieses Problem im Unternehmen lösen wollen, bis man wirklich sagen kann, dass sich der Kundenservice bei Comcast verbessert hat wird spannend werden. Jedenfalls hat er damit begonnen und den „Virus“ soziale Medien eingepflanzt…jetzt muss das Unternehmen erst noch bis in die letzte Zelle infiziert werden…





Twitter ist kein soziales, sondern ein informelles Netzwerk

16 11 2009

Twitter ist mit Informationen über sich selbst ein bischen…nennen wir es mal verschwiegen.

Brian Solis hat einen interessanten Blog-Eintrag geschrieben, in dem Evan Williams (@ev), einer der Gründer von Twitter, mehrere Anmerkungen zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Twitter macht.

@EV: Twitter is not a social network, it’s an information network
Fast richtig. Twitter zeigt beim Aufbau von Beziehungen weniger Gemeinsamkeiten mit traditionellen sozialen Netzwerken, da die Beziehungserstellung zum einen nicht auf Reziprozität oder persönlichen Eigenschaften der Individuen, sondern eben auf den Informationen in den Tweets, auf deren Inhalt beruht.

Ich followe nicht Twitterer, mit denen ich zur Schule gegangen, oder studiert oder gearbeitet habe. Die interessieren sich meistens auch nur für die Sachen, die mich auch interessieren. Das erweitert meinen Horizont nicht. Oder wie Granovetter sagen würde: die Informationen meiner Freunde sind für mich redundant.

Ich followe Personen, die mir etwas Neues, neue Informationen zur Verfügung stellen. Insofern hat Evan Williams recht.

Dennoch: Was Unternehmen auf Twitter veranstalten hat (wenn es erfolgreich ist) wenig mit reinem „Informieren“ zu tun, sondern trägt vielfach das soziale, die Beziehung…das Kommunizieren im Mittelpunkt.

…ich muss doch mal Ergebnisse meiner Forschungsarbeit bloggen glaube ich, dann wird das deutlicher…aber erst nach Abgabe der DA🙂