Promoted Tweets und Resonanz: Werbung oder doch keine?

15 04 2010

Während meiner Diplomarbeit bin ich natürlich auch über Twitters (damals nicht-vorhandenes) Erlösmodell gestolpert. Werbung sah ich nirgends bei Twitter…und das bei dem Hype? Irgendwie ungewöhnlich. Selbst ein Jahr später immer noch: keine Werbung. Ausser dem, was Firmen ihren Followern inhaltlich in den Tweets als Werbung servieren.

Gestern hab ich dann mehr zufällig als bewußt den Livestream der Twitter-Entwicklerkonferenz Chirp eingeschaltet. Dick Costolo lieferte einen humorigen und sehr kurzweiligen Vortrag über „Promoted Tweets“ ab.

Promoted Tweets sind keine Werbung…oder doch?
Promoted Tweets präsentieren sich den Followern wie ganz normale Tweets. Man kann sie retweeten, sie favorisieren, auf sie antworten. Und doch sind sie anders, was mit ihrer Entstehungsgeschichte und den Real Time-Eigenschaften von Twitter zu tun hat.

Nutzer von Twitter, die die Suchfunktion beanspruchen, erhalten in der Regel nur einige, relativ neue Tweets zu ihrem Suchbegriff. Heißt für Unternehmen: Entweder habe ich Glück und habe kürzlich einen relevanten Tweet zum Suchbegriff verfasst, der dann in den Suchergebnissen angezeigt wird…oder eben nicht. Das „oder eben nicht“ ist der springende Punkt.

Twitter hat sich zunächst nur wenige Unternehmen ausgekuckt, um das neue Feature zu testen und die Promoted Tweets sind zunächst auch nur über das Webinterface zu sehen. Eines der Unternehmen ist Starbucks. Sucht man im Webinterface z.B. nach „Starbucks“ oder „coffee“ erscheint als erstes Suchergebnis der Promoted Tweet von Starbucks.

Dick Costolo benutzte ein einfaches Beispiel, um die Vorteile dieser Vorgehensweise für die Nutzer von Twitter zu verdeutlichen. Wer immer nach aktuellen Tweets zu einem bestimmten Thema bei Twitter sucht wird hunderte Tweets und Retweets zu einem Thema finden. Firmen, die z.B. bei Computerproblemen helfen könnten, können so durch einen Promoted Tweet dem Suchenden Problemlösungen anbieten, neben all dem „Spam“, der ihm bei der Suche nach z.B. „iPad Verbindungsproblem“ entgegenzwitschert.
Also doch Werbung?

Resonanz
Interessant ist die Methode, wie Twitter weiter mit den Promoted Tweets umgeht, wenn sie einmal aktiviert wurden. Hierfür wurde das Konzept der „Resonanz“ entwickelt, über dessen Wirkungsweise sich Twitter erst selbst noch klar werden muss. Resonanz mißt nicht, wieviele Personen den Tweets gesehen haben. Resonanz soll mehr.

Resonanz ist ein Konstrukt, in das alle Aktionen eines Nutzers, der den Promoted Tweet erhält, einfließt. Retweeten erzeugt Resonanz, Favorisieren erzeugt Resonanz, Klick auf den Avatar des Erstellers des Promoted Tweets ist?…Resonanz, das Antworten auf einen Promoted Tweet ist…Resonanz. Unterschreitet ein Promoted Tweet einen Basis-Resonanz-Wert wird er von Twitter nicht mehr in den Suchergebnissen angezeigt, quasi deaktiviert. Unternehmen zahlen dann auch nicht mehr hierfür.

Spannend wie ich finde, denn das reine Zählen (und Bepreisen) der Sichtungen eines Tweets heißt ja im Grunde nichts.
Also doch keine (klassische) Werbung?

Nein, richtige Werbung ist es wohl nicht. Und das ist vielleicht genau das, was den Unterschied machen wird zwischen Facebook-Werbung und Promoted Tweets.

Videos von Chirp gibt es hier:
Biz Stones Eröffnungsrede


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